Papagei
Papageien werden seit der Antike als Haustiere gehalten. Lange Zeit galten die farbenprächtigen Vögel als Symbole des Luxus. Und das hat seinen Grund: Die Haltung von Papageien, insbesondere von Großpapageien, verlangt von Ihnen viel Aufmerksamkeit und Pflegeaufwand. Das betrifft vor allem die Ausgaben für entsprechende Käfige oder den Bau von Volieren. Lediglich bei Kleinpapageien wie Wellensittichen sind die Ansprüche an die Haltung geringer. Beachten Sie vor einer Kaufentscheidung, dass alle Papageienarten mindestens paarweise gehalten werden müssen. Schließlich möchten Sie, dass Ihre Papageien artgerecht leben können und sich rundherum wohlfühlen. Ist dies der Fall, können Großpapageien ein Lebensalter bis 50 Jahre oder mehr erreichen.
Es gibt weltweit cirka 350 Unterarten von Papageien. Für die heimische Haltung spielen nur wenige Arten eine Rolle. Dazu zählen Großpapageien wie Graupapagei, Kakadu oder Ara, die mittelgroßen Vertreter wie Halsbandsittiche oder die kleinsten und als Haustiere am weitesten verbreiteten Wellensittiche. Da manche Papageienarten inzwischen vom Aussterben bedroht sind, sollte der Liebhaber beim Kauf genau darauf achten, dass die Herkunft des Vogels legal ist. Der Händler muss dafür entsprechende Papiere vorlegen können. Wellensittiche stammen heute fast ausschließlich aus einheimischen Züchtungen.
Die typische Farbzeichnung von Wellensittichen reicht von Grün über Gelb zu Blau in unterschiedlicher Intensität. Kennzeichen ist die wellenförmige graue Flügel- und Kopffiederung. Als Albinos kommt zudem die Farbe Weiß vor. Die Idealhaltung von Wellensittichen als Schwarmvögeln ist in Gruppen in einer großen Voliere mit Außenbereich und geheiztem Innenraum. In der Wohnung fühlen sich Wellensittiche in Käfighaltung als Paar wohl, wenn sie ausfliegen dürfen. Im Fachhandel finden Sie auf die Ernährungsbedürfnisse der Vögel abgestimmtes Futter wie Körnermischungen oder Hirsestangen. Das Futter können Sie mit frischen Gemüsen oder kleingeschnittenen Obststücken ergänzen. In den Käfig gehören Futter- und Wasserspender. Wichtig ist die abwechslungsreiche Käfigausstattung mit Kletterstangen. Junge Wellensittiche benötigen Zeit, ehe sie handzahm werden. Je intensiver Sie sich mit ihnen beschäftigen, desto zutraulicher werden die Vögel. Wie die meisten Papageienarten können auch Wellensittiche nach langem Training Worte nachsprechen lernen. Sie sind für Kinder geeignet, wenn diese entsprechende Verantwortung übernehmen. Wellensittiche können ein Alter von cirka zehn Jahren erreichen.
Größere Papageien wie Halsbandsittiche, Aras oder Kakadus brauchen grundsätzlich mehr Platz als die kleineren Vertreter der Art. Auch sie müssen mindestens zu zweit gehalten werden, um ihrem natürlichen Sozialverhalten gemäß leben zu können. Ein dekorativer goldener Käfig in der Wohnung ist sicher schön, aber für Großpapageien nur dann geeignet, wenn sie außerhalb ihres Käfigs fliegen dürfen. In kleinen Wohnungen werden sie sich nicht wirklich wohlfühlen, da ihnen der Platz fehlt. Ideal ist auch hier eine Außenvoliere mit geheiztem Innenbereich, die sich auch auf einem Balkon einrichten lässt. Sie können allerdings auch eine Voliere mit mindestens vier Quadratmetern Grundfläche zum Schmuckstück im Wohnzimmer machen, wenn Sie sie entsprechend mit Klettermöglichkeiten ausstatten. Fertige Futtermittel ergänzen Sie am besten durch die Beigabe von frischem Obst und Gemüse, um dem natürlichen Knabberverhalten der Vögel zu entsprechen. Nur Avocados dürfen nicht verfüttert werden, da diese für die Vögel giftig sind. Zur besseren Verdauung empfiehlt sich die tägliche Verabreichung von Vogelgrit. Sepiaschalen oder Futterkalk sichern die Zufuhr lebensnotwendiger Mineralien. Graupapageien und Aras gelten als die sprachbegabtesten Papageienarten.
Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, Ihre Papageien in einer beheizbaren Außenvoliere zu halten, sorgen Sie mit entsprechend großen Innenkäfigen und regelmäßigen Ausflugsmöglichkeiten in der Wohnung dafür, dass Ihre Papageien artgerecht gehalten werden. Für Kinder sind Wellensittiche die geeigneten Hausgenossen. Großpapageien empfehlen sich nur für wirkliche Liebhaber, die bereit sind, den Pflegeaufwand über einen langen Zeitraum hinweg zu gewährleisten.